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22. Leser-Workflow

Dieses Kapitel beschreibt den vollständigen Workflow aus Sicht einer lesenden Person auf klartext.jetzt. Die Leseumgebung ist kein Anhang der Autorenumgebung, sondern ein eigenständiges Produkt – ohne sie bleibt der Community-Aspekt der Plattform eine Theorie. Die Medienneutralität der Plattform (vgl. Kap. 12) bedeutet, dass Werke in andere Formate exportiert werden können. Es bedeutet nicht, dass es keine eigene Leseumgebung gibt. Die Leseumgebung ist der Ort, an dem Transparenzberichte, Wirkmodelle, Feedback und Community zusammenkommen.

↗ Querverweis: Leserperspektive allgemein – vgl. Kap. 11 ↗ Querverweis: Medienneutrale Distribution – vgl. Kap. 12 ↗ Querverweis: Literaten-Workflow – vgl. Kap. 20 ↗ Querverweis: Wirkmodell-Autor-Workflow – vgl. Kap. 21

21.1 Zugang und Registrierung

Die Leseumgebung ist grundsätzlich offen. Lesen ist ohne Login möglich.

OHNE LOGIN

→ Lesen aller öffentlich verfügbaren Werke, Transparenzberichte und Wirkmodelle. → Browsing im Katalog, Entdeckung über Wirkmodelle, Gegenrede-Ketten und Heatmap. → Kein Feedback, keine Kommentare, keine Benachrichtigungen, keine Lesehistorie.

MIT LOGIN

→ Alle Lesefunktionen plus: strukturiertes Feedback, Community-Diskussion, Benachrichtigungen bei Modelländerungen, persönliche Lesehistorie und Merkliste. → Möglichkeit des Rollenwechsels: Eine lesende Person kann jederzeit in die Autorenumgebung wechseln und selbst Autor werden – etwa um eine Gegenrede zu schreiben.

EINSCHRÄNKUNG DURCH DEN AUTOR

→ Autoren können einzelne Werke auf „nur für angemeldete Nutzer“ einschränken. Diese Einstellung ist Teil der Zugriffssteuerung im Autorenworkflow (vgl. Kap. 20.5). → Werke mit dieser Einschränkung sind im Katalog sichtbar (Cover, Klappentext, Tags), aber ihr Volltext und Transparenzbericht sind nur nach Login zugänglich. ↗ Querverweis: Zugriffssteuerung im Autorenworkflow – vgl. Kap. 20.5

21.2 Entdeckung: Den Einstieg finden

Die Leseumgebung bietet mehrere gleichwertige Wege, um Texte und Wirkmodelle zu entdecken. Sie sind nicht hierarchisch geordnet – verschiedene Lesetypen werden verschiedene Wege bevorzugen. 21.2.1 Katalog Der Katalog ist das Standardeinstiegspunkt, an dem sich bekannte Muster aus Kindle oder Apple Books orientieren. Werke werden mit Cover, Klappentext und Tags präsentiert. Der Katalog ist durchsuch- und filterbar.

→ Suchfelder: Titel, Autor, Tags, Wirkraum, Thema, Sprache, Rechtsraum. → Filteroptionen: Status (intern sichtbar / katalogsichtbar), Verfügbarkeit von Gegenreden, Verknüpfung mit bestimmten Wirkmodellen, Erscheinungszeitraum. → Sortieroptionen: Neueste, Meist gelesen, Meist kommentiert, Meistgegenübergestellt. 21.2.2 Wirkmodell-Einstieg Eine lesende Person kann vom Wirkmodell aus in Geschichten einsteigen. Sie wählt ein Wirkmodell aus dem Katalog – und sieht alle narrativen Werke, die dieses Wirkmodell verwenden. Ein Klick auf ein Werk öffnet direkt die Geschichte. → Dieser Weg ist besonders relevant für Leser, die an einem bestimmten Thema oder Erklärungsansatz interessiert sind, bevor sie sich für einen Text entscheiden. → Der Wirkmodell-Einstieg macht die Pluralität der Plattform unmittelbar sichtbar: Mehrere Geschichten auf demselben Wirkmodell zeigen, wie verschiedene Autoren aus denselben Annahmen verschiedene Narrative entwickeln. ↗ Querverweis: Wirkmodell-Katalog – vgl. Kap. 21.3 21.2.3 Gegenrede-Ketten ↗ Querverweis: Recycling – vgl. Kap. 20.9 → Recycling-Ketten: Neben Gegenrede-Ketten gibt es Recycling-Ketten – Werke, die auf demselben Original basieren, aber in verschiedene Richtungen weiterentwickelt wurden. Die lesende Person kann diese Ketten explorieren und die Entwicklung eines Ausgangstextes durch verschiedene Hände nachvollziehen. Von jedem veröffentlichten Werk aus sind Gegenreden direkt zugänglich. Die lesende Person kann einer Gegenrede-Kette folgen und sehen, wie ein Diskurs sich über mehrere Narrative entfaltet. → Die Gegenrede-Variante (A: gleicher Axiomraum / B: abweichender Axiomraum / C: anderes Wirkmodell) ist sichtbar und erklärt. Die lesende Person versteht, was die Gegenrede vom Original unterscheidet, bevor sie sie liest. → Gegenrede-Ketten können mehrere Ebenen tief gehen: Gegenreden auf Gegenreden. Die Navigation durch diese Ketten ist ein eigenständiger Lesemodus. ↗ Querverweis: Gegenrede-Relationen – vgl. Kap. 20.1 Option C und 20.1 Option C 21.2.4 Heatmap Die Heatmap zeigt, welche Themen, Wirkmodelle oder Texte auf der Plattform gerade am aktivsten diskutiert werden. Die lesende Person wählt selbst, nach welchen Kriterien die Heatmap gewichtet wird.

WÄHLBARE KRITERIEN

→ Feedback-Volumen: Anzahl strukturierter Feedback-Markierungen in einem bestimmten Zeitraum. → Gegenrede-Aktivität: Anzahl neuer Gegenreden oder Varianten zu einem Werk oder Wirkmodell. → Leserzahlen: Absolute oder relative Leserzahlen im gewählten Zeitraum. → Diskussionsintensität: Aktivität im Community-Diskussionsbereich. → Wirkmodell-Änderungen: Wirkmodelle, die kürzlich eine neue Version erhalten haben und deren Abhängigkeiten damit berührt werden.

Mehrere Kriterien können kombiniert werden. Die Heatmap ist damit kein redaktionell gesteuertes Empfehlungssystem, sondern ein transparentes, selbst konfiguriertes Aktivitätsbild der Plattform.

21.3 Onboarding: Leseumgebung konfigurieren

Registrierte Nutzer konfigurieren beim ersten Login ihre bevorzugte Leseumgebung. Die Fragen sind analog zu den Autoren-Workflows: Was ist dein bevorzugter Modus? Alle Einstellungen sind später änderbar. Leseumgebung

FOKUS (VOREINSTELLUNG)

→ Großes Lesefenster. Transparenzbericht und Wirkmodell auf Abruf als Seitenleiste. Ideal für immersives Lesen.

SPLIT-VIEW

→ Text und Transparenzbericht nebeneinander. Ideal für Leser, die aktiv zwischen Text und Annahmen wechseln möchten.

ANNOTIERT

→ Text mit eingebetteten, anklickbaren Markierungen. Markierte Stellen zeigen direkt die zugehörigen Elemente aus dem Transparenzbericht oder Wirkmodell. Ideal für analytisches Lesen.

Systemverhalten

STILL

→ Keine automatischen Hinweise. Transparenzbericht und Wirkmodell nur auf explizite Anfrage.

DEZENT (VOREINSTELLUNG)

→ Kleine Indikatoren am Seitenrand bei besonders markierten Stellen (kritische Annahmen, bewusste Abweichungen, Stellen mit Feedback). Kein Pop-up.

AKTIV

→ Das System erklärt beim Lesen aktiv: Was ist hier die Kernannahme? Was sagt der Transparenzbericht über diese Stelle? Nicht-blockierend, schließbar.

21.4 Die Leseumgebung

Die Leseumgebung besteht aus drei integrierten Bereichen, die je nach gewähltem Modus unterschiedlich gewichtet sichtbar sind. 21.4.1 Textbereich Der narrative Text in seiner veröffentlichten Fassung. Versionierte Texte zeigen die jeweils gültige Fassung; ältere Fassungen sind zugänglich.

→ Im annotierten Modus sind Textstellen, die mit Axiomen, Claims oder Kausalrelationen verknüpft sind, visuell markiert. Ein Klick öffnet das entsprechende Element. → Stellen, zu denen Feedback vorliegt, sind ebenfalls markiert. Die lesende Person kann das Feedback lesen, ohne selbst welches gegeben zu haben. 21.4.2 Transparenzbericht Der Transparenzbericht ist in der Leseumgebung vollständig zugänglich. Je nach Modus als Seitenleiste, als Split-View oder auf Klick. → Explizit genutzte Axiome; bestätigte Claims; implizite Annahmen; Kausalitätsketten; bewusste Abweichungen; nicht-kritische offene Befunde. → Jedes Element des Transparenzberichts ist mit dem Textbereich verknüpft: Ein Klick auf ein Axiom springt zur Stelle im Text, wo es verwendet wird – und umgekehrt. → Der Transparenzbericht zeigt auch: Zeitstempel der Prüfung, Wirkmodell-Version zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, Link zur aktuellen Wirkmodell-Version falls geändert. ↗ Querverweis: Transparenzbericht als versioniertes Artefakt – vgl. Kap. 20.4.1 21.4.3 Wirkmodell-Exploration (read-only) Die lesende Person kann das dem Text zugrundeliegende Wirkmodell explorieren. Die Ansicht ist read-only – keine Bearbeitungsmöglichkeit. Transparenz ist oberstes Gebot: Wer verstehen will, worauf ein Text aufbaut, soll es können. → Die Wirkmodell-Exploration nutzt dieselben Views wie die Autorenumgebung: Graph, Text, Timeline, Tabelle, Baum. Die lesende Person wählt selbst, welchen View sie bevorzugt. → Das Fokusprinzip gilt auch in der read-only-Ansicht: Ein Klick auf ein Modellelement zentriert es und zeigt seine semantische Umgebung. → Von der Wirkmodell-Exploration aus sind alle anderen Geschichten sichtbar, die dasselbe Wirkmodell verwenden – und alle Gegenreden dazu. ↗ Querverweis: UI-Modell der Wirkmodell-Ansicht – vgl. Kap. 21.2

21.5 Feedback und Community

Feedback und Community sind Login-pflichtip. Sie sind der Kern des Community-Aspekts der Plattform. 21.5.1 Strukturiertes Feedback Die lesende Person kann Textstellen markieren und einen vordefinierten Feedback-Typ wählen. Kein Freitext – das verhindert, dass der Feedback-Mechanismus zur allgemeinen Kommentarsektion wird.

FEEDBACK-TYPEN (AUSWAHL, NOCH AUSZUARBEITEN)

→ Diese Stelle ist mehrdeutig. → Diese Annahme ist nicht explizit gemacht. → Diese Kausalrelation ist nicht begründet. → Dieser Begriff wird hier anders verwendet als anderswo im Text. → Hier fehlt eine Perspektive.

Das Feedback ist für alle lesbar (auch ohne Login). Es ist nicht für den Autor verpflichtend zu beantworten, aber sichtbar. Das System kann bei genügend gleichartigem Feedback denselben Befund als kritisch markieren.

↗ Querverweis: Feedback-Mechanismus – vgl. Kap. 7.4.3 H 21.5.2 Community-Diskussionsbereich Jedes veröffentlichte Werk hat einen zensierten Diskussionsbereich. Zensiert bedeutet: Es ist explizit untersagt, über wahr oder unwahr zu streiten. Es geht ausschließlich um klar oder unklar. → Diskussionsbeiträge, die Wahrheitsansprüche stellen, können von der Community gemeldet und von Moderatoren entfernt werden. → Die Begrenzung auf klar/unklar ist keine inhaltliche Zensur, sondern eine epistemische Fokussierung: Die Plattform ist kein Debattenraum für Wahrheitsfragen, sondern ein Raum für Transparenzüber Annahmen. → Der Diskussionsbereich ist öffentlich lesbar. Schreiben erfordert Login. ↗ Querverweis: Zensierter Diskussionsbereich als Designprinzip – vgl. Kap. 4 21.5.3 Benachrichtigungen Registrierte Leser können Werke und Wirkmodelle abonnieren. Bei Änderungen erhalten sie eine Benachrichtigung – mit Erklärung was geändert wurde und wie das den Transparenzbericht betrifft. → Drei Abonnementstufen analog zu den Autoren: eigene Feedback-Beiträge verfolgen / abonnierte Werke / allgemeine Plattformaktivität zu einem Thema. ↗ Querverweis: Notification-System – geparkt, vgl. 19.8 und 20.9

21.6 Rollenwechsel: Vom Leser zum Autor

Es gibt keine harte Grenze zwischen lesenden und schreibenden Personen auf der Plattform. Dieselbe Person kann in einer Session lesen, Feedback geben und dann eine Gegenrede starten. Der Rollenwechsel ist ein expliziter Schritt, kein schleichender Übergang. Er wird durch einen klar sichtbaren Aktionspunkt ausgelöst.

AUSLÖSENDE AKTIONEN

→ Gegenrede schreiben: Öffnet die Autorenumgebung mit Einstiegspfad C (Gegenentwurf) und dem aktuell gelesenen Werk als Referenz. → Eigenes Werk anlegen: Öffnet die Autorenumgebung mit Einstiegspfad B (Leeres Blatt) oder A (Wirkmodell-first). → Dieses Wirkmodell weiterentwickeln: Öffnet die Wirkmodell-Autorenumgebung mit Einstiegspfad C (Gegenentwurf) und dem aktuell explorierten Wirkmodell als Referenz.

In allen Fällen verlässt die Person die Leseumgebung und betritt die Autorenumgebung. Die Leseposition wird gespeichert und kann nach dem Schreiben wieder aufgerufen werden.

↗ Querverweis: Einstiegspfad Gegenentwurf Literaten – vgl. Kap. 20.1 Option C ↗ Querverweis: Einstiegspfad Gegenentwurf Wirkmodell – vgl. Kap. 21.1 Option C

21.7 Designprinzipien der Leseumgebung

OFFENER ZUGANG ALS STANDARD Lesen ohne Login ist möglich. Registrierung eröffnet Community-Funktionen, ist aber keine Voraussetzung für den Zugang zu Wissen.

TRANSPARENZ ALS LESEERLEBNIS Transparenzbericht und Wirkmodell sind keine Annhänge, sondern integrierte Teile des Leseerlebnisses. Wer tiefer verstehen will, kann es.

PERSONALISIERUNG OHNE KOMPLEXITÄT Drei Onboarding-Fragen. Alle Einstellungen später änderbar.

KLAR/UNKLAR STATT WAHR/UNWAHR Der Community-Bereich ist epistemisch fokussiert. Wahrheitsfragen haben auf der Plattform keinen dedizierten Raum.

ROLLENWECHSEL ALS EXPLIZITER SCHRITT Wer Autor werden will, tut es bewusst. Kein schleichender Übergang zwischen Lesen und Schreiben.

HEATMAP ALS TRANSPARENTES AKTIVITÄTSBILD Keine redaktionelle Steuerung. Die lesende Person konfiguriert selbst, was sie sehen will.

GEGENREDE-KETTEN ALS NAVIGATIONSPRINZIP Diskurse sind auf der Plattform strukturiert navigierbar – nicht als lineare Kommentarsection, sondern als verzweigtes Netz verlinkter Narrative.

21.9 Präsentationsmodus

Der Präsentationsmodus ist eine vordefinierte Layout-Konfiguration der Leseumgebung, die für öffentliche Live-Formate optimiert ist – Podcasts, Streams, Vorlesungen, Podiumsdiskussionen. Er ist kein separater Betriebsmodus, sondern ein gespeichertes Konfigurations-Preset der bestehenden GUI-Personalisierung. Das Ziel: Die Plattform wird zum Diskussionswerkzeug für zwei oder mehr Personen, die live vor Publikum über einen Text oder ein Wirkmodell sprechen. Die Oberfläche muss gleichzeitig den Inhalt zeigen und Raum für Kamera-Streams lassen.

21.9.1 Layout-Konfiguration Der Präsentationsmodus nutzt die Weißflächen der bestehenden UI als Fläche für Kamera-Streams. Die Streams überblenden den Content als Overlay – der Inhalt bleibt darunter lesbar, die Kamera-Fenster liegen darüber.

→ Der Präsentierende richtet das Layout vorab ein: Wo liegen die Kamera-Fenster? Welche Panels sind sichtbar (Transparenzbericht, Wirkmodell, Community-Bereich), welche ausgeblendet? → Das Layout wird als Preset gespeichert und kann mit einem Klick aktiviert werden. Mehrere Presets sind möglich, zum Beispiel eines für Zwei-Personen-Gespräch und eines für Panel-Diskussion mit vier Personen. → Während der Präsentation sind keine eingehenden Änderungen von außen sichtbar: keine neuen Kommentare, keine Feedback-Markierungen anderer Nutzer, keine Systembenachrichtigungen. Die Oberfläche friert den Stand zum Zeitpunkt der Aktivierung ein. ↗ Querverweis: GUI-Personalisierung der Leseumgebung – vgl. Kap. 22.3

21.9.2 Temporäre Flags Das eigentliche Novum des Präsentationsmodus sind temporäre Flags. Sie sind das Live-Navigationswerkzeug für den Diskurs.

→ Flags können auf drei Bereiche der Leseumgebung gesetzt werden: auf Textstellen im narrativen Werk, auf Elemente im Wirkmodell (Axiome, Claims, Kausalrelationen), und auf Beiträge im Community-Diskussionsbereich. → Jeder Flag kann ein Label tragen (frei formulierbar, z.B. „strittig“, „interessant“, „Beispiel“) und eine Farbe haben. Label und Farbe sind frei wählbar. → Flags sind für alle Zuschauer des Streams sichtbar – nicht nur für den Präsentierenden. Sie dienen als gemeinsamer Orientierungspunkt im Live-Diskurs. → Ein Jump-Flag springt direkt zur markierten Stelle – also in den Text, ins Wirkmodell oder in den Community-Bereich. Mehrere Flags können wie eine Setlist vorausgeplant und der Reihe nach aktiviert werden. → Nach der Präsentation werden alle temporären Flags gelöscht. Keine Übertragung in dauerhafte Markierungen.

21.9.3 Typische Anwendungsszenarien

→ Podcast: Zwei Personen diskutieren eine veröffentlichte Geschichte. Der Moderator setzt Flags auf strittige Axiome im Wirkmodell und springt während des Gesprächs dorthin. → Stream: Ein Streamer liest mit seinem Publikum durch einen Text und markiert live Stellen die er kommentieren möchte. Die Zuschauer sehen die Flags in Echtzeit. → Vorlesung: Eine Lehrperson nutzt ein Wirkmodell als Lehrmaterial und navigiert mit Jump-Flags durch die Kausalstruktur. → Podiumsdiskussion: Mehrere Personen haben vorab Flags auf dem gemeinsamen Wirkmodell platziert und aktivieren sie der Reihe nach als Diskussionspunkte.

21.9.4 Verbindung zu Community und Wirkmodell Der Präsentationsmodus überbrückt alle drei Bereiche der Leseumgebung live. Ein Sprung vom Text ins Wirkmodell und von dort in den Community-Bereich ist mit Flags steuerbar und für Zuschauer nachvollziehbar. Das macht die Plattform zu einem Werkzeug für öffentlichen epistemischen Diskurs – nicht nur als Lese- und Schreibumgebung, sondern als Live-Diskussionsplattform.

↗ Querverweis: Community-Diskussionsbereich – vgl. Kap. 23.1 ↗ Querverweis: Wirkmodell-Exploration read-only – vgl. Kap. 22.4.3

21.8 Geparkte Themen

⏸ Geparkt: Wie werden Kamera-Streams in die bestehende UI integriert? Welche Streaming-Protokolle werden unterstützt? Wie werden Flags für alle Zuschauer synchronisiert? PRÄSENTATIONSMODUS: TECHNISCHE UMSETZUNG FEEDBACK-TYPEN AUSARBEITEN ⏸ Geparkt: Vollständiges Set an vordefinierten Feedback-Typen; Kriterien für systemseitige Eskalation bei häufigem gleichartigem Feedback.

MODERATIONSLOGIK ⏸ Geparkt: Wer zieht die Grenze zwischen Klarheitskritik und Wahrheitsdebatte? Menschliche Moderation mit expliziten Regeln notwendig.

EMPFEHLUNGSALGORITHMUS ⏸ Geparkt: Wie werden Texte im Katalog gewichtet und sortiert? Welche Kriterien sind transparent, welche algorithmisch?

LESEHISTORIE UND DATENSCHUTZ ⏸ Geparkt: Welche Lesedaten werden gespeichert? Wie lange? Welche Rechte hat die lesende Person an ihren Daten?

BARRIEREFREIHEIT ⏸ Geparkt: Leseumgebung für verschiedene Bedürfnisse: Schriftgröße, Kontrast, Screenreader-Kompatibilität, Vorlesefunktion.

OFFLINE-LESEN ⏸ Geparkt: Können Werke für den Offline-Zugriff gespeichert werden? In welchen Formaten?

KINDGERECHTER ZUGANG ⏸ Geparkt: Gibt es altersgerechte Leseumgebungen oder Filterfunktionen für den schulischen Einsatz?